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Urs Solèr leitet die Beratungsstelle kabel – rund um die Berufslehre. Ein wichtiger Beitrag für viele Lernende.

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Urs Giachen Solèr

Leiter kabel

Was ist die Aufgabe der Institution Kabel?

Wir informieren, beraten und unterstützen Lernende, die Fragen zu ihrer Lehre haben, die unzufrieden mit ihrer Ausbildung sind, die sich über- oder unterfordert fühlen, die ihre Lehre abbrechen oder einfach nicht mehr weiterwissen. Unsere Standorte sind in Bülach, Dietikon, Horgen, Uster, Wetzikon, Winterthur und Zürich.

An einzelnen Orten sind wir direkt in den Berufsschulen. So kommen wir sehr niederschwellig mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kontakt. Auch Berufsbildner, Eltern, Lehrpersonen oder andere Fachstellen können unsere Dienste nutzen.

Mit welchen Problemen kommen Jugendliche und Lernende zu Ihnen?

Das ist die ganze Palette, die einen jungen Menschen in seiner Ausbildungszeit belasten kann.

Eine grosse Hürde sind die gestiegenen Ansprüche in vielen Berufslehren.

Ging es in der Schule vielleicht noch ganz locker, sind die Anforderungen in Lehrbetrieb und Berufsschule doch ganz anders. Oder das übersteigerte Streben nach dem Perfektsein.

Das birgt manchen Stolperstein. Häufig sind es auch Probleme mit dem Lehrbetrieb. Da gilt es zusammen mit dem Berufsbildner eine gute Basis zu finden. Lehrbetriebe tragen in diesem Bereich eine besondere Verantwortung.

Wie muss ich mir ein Beratungsgespräch vorstellen?

Das Wichtigste ist die Kommunikation, den Weg zueinander zu finden. Junge Frauen sind da offener als junge Männer. Das Gespräch steht dabei immer im Vordergrund. Ich persönlich arbeite mit einem Dreistufenplan:

  • Vertrauen aufbauen
  • Zuhören und ernst nehmen
  • Konkret aktiv werden

Wir wollen die Jugendlichen dazu bringen, selbst aktiv zu werden, und zeigen ihnen Lösungswege auf. Sie müssen aber den wesentlichen Schritt zur Lösung des Problems selbst machen. Dazu zeigen wir ihnen Chancen und Möglichkeiten auf und leihen ihnen – im übertragenen Sinne – Stützräder.

Wann ist eine Beratung für Sie ein Erfolg?

Wenn der Jugendliche unsere Stützräder nicht mehr braucht und auf eigenen Beinen seinen Weg in die Berufswelt gehen kann, ist das ein Erfolg. Dazu kann vieles nötig sein: viele Gespräche, ein anderer Lehrbetrieb, ein neuer Lehrberuf, ein Auslandjahr. Egal, was es dazu braucht. Wenn wir dem Ratsuchenden zu einer neuen, eigenverantwortlichen Perspektive verhelfen können, ist es in meinen Augen ein Erfolg.

Was macht eine kirchliche Institution anders als eine staatliche?

Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht Zahlen. Eine Beratung muss nicht nach drei Sitzungen abgeschlossen sein. Als kirchliche Stelle nehmen wir uns für die Rat- und Hilfesuchenden so viel Zeit, wie es braucht.

Wir hören zu, nehmen das Gesagte ernst und zeigen Möglichkeiten auf. Ganz wichtig ist auch die Vertraulichkeit der Gespräche, die wir mit den Ratsuchenden führen. Selbstverständlich ist unsere Beratung professionell und unsere Mitarbeitenden bringen eine entsprechende berufliche Qualifizierung mit.

Gibt es auch Grenzen oder gar Scheitern in Ihrer Beratungstätigkeit?

Ja, das gibt es auch. Depressionen, Suizidgedanken, aber auch körperliche Probleme nehmen in letzter Zeit zu. Das kann auch uns Grenzen aufzeigen, denn wir sind keine Psychologen. In solchen Fällen fordern wir spezifische Hilfe von Fachleuten an, um weiterzukommen.

Bei all Ihrem Einsatz hat aber auch die Prävention einen wichtigen Stellenwert.

Das stimmt. Es ist zwar lässig, als Lernende/r viele Followers zu haben. Viel wichtiger ist aber ein Umfeld an Leuten, zu denen ein Vertrauensverhältnis besteht. Das sind primär die Familie, die Eltern, aber auch andere Vertrauenspersonen etwa in einem Sportklub, einem Verein oder im Lehrbetrieb. In diesem Rahmen ist ein Jugendlicher offener und berichtet frühzeitig von seinen Ängsten und Nöten.

Erfahre hier mehr:

www.kabel-berufslehre.ch

Trägerschaft: ref. und kath. Kirche im Kanton Zürich
Offen für alle, kostenlos, vertraulich, freiwillig, kompetent

Bülach
[email protected]
043 928 29 84
Dietikon
[email protected]
044 740 30 56
Horgen
[email protected]
076 589 55 47
Uster
[email protected]
044 994 13 62
Wetzikon
[email protected]
Winterthur
[email protected]
052 212 02 32
Zürich
[email protected]h
043 205 27 47
[email protected]
044 251 49 60

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