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Berufswahl

Qualitätsansprüche an OP-Instrumente wachsen

medizinproduktetechnologe
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iStock.com/Steve Debenport

Seit dem Sommer 2018 kann in der Schweiz erstmals die Berufslehre zum Medizinprodukt-Technologen absolviert werden. 

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Brigitte Keller

Leitung LTT Praxis Pflege HF

Brigitte Keller, wie kann man sich die Tätigkeit des Medizinproduktetechnologen/in vorstellen?

Alle Instrumente, die mit dem Patienten in Berührung kommen sind von krankmachenden Keimen zu befreien und deren Funktionstüchtigkeit ist zu überprüfen. In einem Spital werden diverse Apparate und Geräte aus den verschiedenen Bereichen, OP`s und Abteilungen, an eine zentrale Stelle geliefert.

Die Hauptaufgabe ist, Instrumente, Apparate, Vorrichtungen, Stoffe und Zubehör, die bei Operationen, diagnostischen Untersuchungen und in der Pflege eingesetzt werden aufzubereiten. Hier werden die Instrumente gereinigt, zerlegt, wieder zusammengesetzt, deren Funktion überprüft, danach in einen hochsterilen Bereich gebracht in dem die Produkte verpackt, versiegelt und in computergesteuerten Anlagen sterilisiert werden. Die Technologen arbeiten in spezieller Schutzausrüstung; der Arbeitssicherheit kommt ein hoher Stellenwert zu. Verantwortungsvoll sind ebenso die kontinuierlichen meist elektronisch durchzuführenden Qualitätskontrollen.

Wird dieser Qualitätskontrolle heute stärkere Bedeutung beigemessen?

Die Qualitätsansprüche sind in den letzten 20 Jahren stark gestiegen, denn die Operationen wurden komplexer, und damit auch die Instrumente. Heute kommen meist Mehrweggeräte zum Einsatz, das Material ist sehr kostenintensiv. Nebst der Hygiene kommt der Wartung und Funktionskontrolle eine hohe Bedeutung zu. Die erhöhten beruflichen Ansprüche haben nun zur neuen Grundausbildung in Medizinproduktetechnologie geführt.

Welche Vorbildung ist dazu nötig? 

Die abgeschlossene obligatorische Schulzeit mit guten Leistungen im Bereich Natur und natürlich ein technisches Interesse. Die dreijährige Lehre mit EFZ-Abschluss vermittelt ein breites Allgemeinwissen, indem man die Berufsschule und die überbetrieblichen Kurse besucht und gleichzeitig im Lehrbetrieb ausgebildet wird.

Per 2018 wurden gegen 20 Ausbildungsplätze in der Deutsch- und 15 in der Westschweiz sowie 5 im Tessin geschaffen. 2019 kommen in der West- und Deutschschweiz weitere Plätze hinzu. Fachkräfte sind in den Betrieben äusserst gesucht.

Wie sehen die Zukunftsperspektiven nach dieser Ausbildung aus? 

Mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis verfügen Medizinproduktetechnologinnen/Medizinproduktetechnologen EFZ über eine solide berufliche Grundlage und über ein breites Tätigkeitsfeld auf dem Arbeitsmarkt. Der absolvierte Bildungsgang eröffnet aber auch Anschlussmöglichkeiten für weiterführende Bildungswege.

So kann zum Beispiel eine Höhere Fachschule (HF) besucht werden, wie z.B. biomedizinische Analytik HF, Radiologie HF oder Operationstechnik HF. Mit dem Abschluss der Berufsmatur ist auch der Besuch einer Fachhochschule möglich.

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