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Mobilität und Selbstständigkeit mit dem Führerschein

jugend verkehr, vekehr schweiz
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Jedes Jahr erlernen in der Schweiz Tausende von Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Autofahren.

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Daniel Menzi

Geschäftsführer des Schweizerischen Fahrlehrerverbandes SFV

In der Regel findet diese Ausbildung bei einem ausgebildeten Fahrlehrer, einer ausgebildeten Fahrlehrerin statt. Viele davon sind im Schweizerischen Fahrlehrerverband SFV zusammengeschlossen.

Oberstes Ziel dabei ist es, den Neulenkern mit einer seriösen, modernen Fachausbildung sicheres Fahren in allen Verkehrssituationen zu vermitteln. Die Fahrlehrer leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Mobilität und zur Verkehrssicherheit.

«Anders als in früheren Generationen hat das Erlangen der Fahrberechtigung für Motorfahrzeuge bei den Jugendlichen nicht mehr diese zentrale Bedeutung», sagt Daniel Menzi, Geschäftsführer des Schweizerischen Fahrlehrerverbandes SFV.

«Früher war der Führerschein Teil des Erwachsenwerdens und Ziel eines jeden Jugendlichen. Je früher, umso besser, lautete die Devise.»

Veränderte Mobilitätsansprüche

Diese Haltung hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Das neue Mobilitätsverhalten wirkt sich auch auf die Ausbildung zum Fahrzeuglenker aus. Autofahren ist bei den Jugendlichen von heute nicht mehr das Ziel Nummer eins.

Schulische und berufliche Ausbildung, die heutige Mediennutzung oder ein allgemein verändertes Freizeitverhalten haben vielfach, auch finanziell, eine höhere Priorität.

Zudem hat die Mobilität mit den ausgebauten ÖV-Angeboten in der Schweiz einen völlig anderen Anspruch bekommen. Auch das Auto gilt heute nicht mehr als das Statussymbol wie vielleicht noch vor 20 Jahren. «Oft wächst das Interesse an einer Fahrausbildung daher auch erst im jungen Erwachsenenalter», so Daniel Menzi.

Reisepläne oder die Nutzung von Mietwagen und Carsharing-Angeboten erfordern den Führerausweis und entsprechende Fahrpraxis. Menzi ist selber auch aktiv als Fahrlehrer und als Leiter von Fahrtrainings im Einsatz und erkennt bei seiner Tätigkeit durchaus auch das unterschiedliche Mobilitätsverhalten zwischen Stadt und Land.

Zweiphasenausbildung bewährt sich

Seit 2005 erfolgt die Ausbildung zum Führerschein der Klasse A (Motorräder) oder B (Auto) im Rahmen einer Zweiphasenausbildung. «Das bedeutet, dass der Neulenker, nach bestandener Prüfung, den Führerschein während drei Jahren auf Probe bekommt.

In dieser Zeit steht er unter genauerer Beobachtung und muss zusätzlich noch zwei weitere Kurse absolvieren», sagt Menzi. Wird einem Junglenker in dieser Zeit zweimal der Ausweis entzogen, muss er mit der Ausbildung von vorne beginnen.

Die Erfahrungen mit dieser Zweiphasenausbildung haben sich bewährt, darin sind sich Fahrlehrer, Verkehrspsychologen und Verkehrssicherheitsfachleute einig. Die Ausbildung zum verantwortungsvollen Verkehrsteilnehmer hat damit einen neuen Stellenwert erhalten.

Verkehrssicherheit muss zuoberst stehen

Hat man das «Ticket» dann endlich in der Hand, hat man aber noch lange nicht ausgelernt.

«Die Ausbildung zum sicheren Automobilisten wird sich unter all diesen Gesichtspunkten verändern, genauso wie der Beruf des Fahrlehrers», wagt Daniel Menzi einen Blick in die Zukunft. «Das Thema autonomes Fahren wird uns in den kommenden Jahren zweifellos beschäftigen.»

Autonomes Fahren soll nicht einfach heissen, die Hände in den Schoss legen und warten, bis das Fahrzeug das Ziel erreicht hat. «Der Mensch wird immer noch für die Sicherheit und das korrekte Bedienen der Maschine – in diesem Fall des Autos – verantwortlich sein», so Menzi. «Auch bei sinkenden Verkehrsopferzahlen muss die Optimierung der Verkehrssicherheit immer an erster Stelle stehen.»

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