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«Mir fielen immer die organisatorischen Aufgaben zu»

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Katharina Rempfer (28) studiert in einer Männerdomäne, aber lässt sich dadurch nicht beirren.

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Katharina Rempfer

Doktorandin

Sie sind PhD-Studentin am Lehrstuhl für Chemie der Universität Zürich. Was erforschen Sie?
Katharina Rempfer: Momentan beschäftige ich mich mit der Struktur des Fotosystems II. Dieses System ist für die Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff in Pflanzen verantwortlich. Allerdings untersuche ich dies nicht im Labor, sondern mit theoretischen Methoden am Computer.

Was fasziniert Sie an Ihrem Fach?
Mich hat es schon immer gereizt herauszufinden und zu verstehen, wie die Welt auf der atomaren Ebene funktioniert, weshalb ich Physik studiert habe. Ausserdem habe ich einen weiteren Bachelorabschluss in Computational Chemistry erworben, da mich das computergestützte Lösen von biophysikalisch-chemischen Problemen stets fasziniert hat.

Frauen sind in diesen Forschungsbereichen noch immer die Minderheit. Hat Sie das bei der Fachwahl beeinflusst?
Nein, überhaupt nicht. Ich habe das studiert, was mir gefallen und mich interessiert hat.

Wurden Sie aufgrund Ihres Geschlechts jemals nachteilig behandelt?
Bei meiner vorherigen Anstellung habe ich dies erfahren müssen. Mein Kollege bekam stets die wissenschaftlichen Aufgaben zugeteilt, während mir immer die organisatorischen, typisch weiblichen Aufgaben zufielen, sodass ich kaum noch zur wissenschaftlichen Arbeit gekommen bin. Aber das ist die einzige Ausnahme.

Fühlen Sie sich auch im Berufsalltag «besonders» oder ist das Thema da weniger relevant?
Das Thema ist in der jetzigen Arbeitsgruppe nicht relevant, ich fühle mich als Teil der Gruppe, auch wenn ich neben meiner Vorgesetzten die einzige Frau in der Gruppe bin

Welchen Tipp geben Sie jungen Schülerinnen, die sich für MINT-Fächer interessieren?
Man sollte sich nicht von Vorurteilen wie Frauen können keine Mathematik oder verstehen nichts von Technik abschrecken lassen. Das Studium ist nicht einfach, aber das gilt für alle und man kann es gut schaffen, wenn man sich dafür interessiert.

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