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Bettnässen sollte auf keinen Fall ignoriert werden

bettnässen, kinder schlaf, bettnässer
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iStock.com/Rusanovska

Bei Bettnässen sei eine aufwendige Diagnostik erforderlich, sagt die Fachärztin Daniela Marschall-Kehrel.

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Dr. med. Daniela Marschall-Kehrel

führt eine Urologische Praxis in Frankfurt (D).

Was sind mögliche Ursachen für Bettnässen bei Kleinkindern?

Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Hauptverantwortlich sind falsches Trinkverhalten und ein Mangel des Antiwasserlass-Hormons. Wird zu wenig des Antiwasserlass-Hormons produziert oder das Kind trinkt nachmittags und abends zu viel, kommt es zu nächtlichem Bettnässen.

Allerdings lässt sich ein Hormonmangel durch ein Medikament gut ersetzen. Um die eigene Hormonproduktion anzukurbeln, wird das Präparat drei Monate gegeben und danach schrittweise wieder abgesetzt.

80 bis 90 Prozent der Bettnässer sind dann trocken. Grundsätzlich erfordert Bettnässen bei allen Patienten eine sorgfältige individuelle Diagnostik.

Wie wird Bettnässen definiert?

Bettnässen ist das unkontrollierbare Austreten von Urin unterschiedlicher Mengen während des Schlafes. Der Begriff unkontrollierbar ist entscheidend, denn er bedeutet, dass das Kind nicht absichtlich handelt.

Entgegen der landläufigen Meinung liegt Bettnässen keine psychologische Problematik zugrunde. Es wird nur bei einer sehr kleinen Zahl von Kindern durch psychische Probleme ausgelöst.

Die unbehandelte Erkrankung kann aber auf der andern Seite zu erheblichen psychologischen Folgen führen. Wenn Bettnässen zweimal oder häufiger im Monat vorkommt, sollten die Ursachen auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden.

Wie häufig kommt Bettnässen bei Kleinkindern vor?

Wir gehen davon aus, dass bis zu 20 Prozent der Kinder im Einschulungsalter davon betroffen sind. Es ist also ein häufiges Problem.

Bettnässen sollte nicht ignoriert werden. Welche Therapiemöglichkeiten stehen heute zur Verfügung?

Obwohl allgemein angenommen wird, dass Kinder aus dem Bettnässen herauswachsen, ist dies keineswegs immer der Fall. Man sollte deshalb nicht zögern, sich ärztlich beraten zu lassen. Es gibt effektive und rasch wirkende Therapien dagegen.

Zunächst beginnt man immer mit einer Verhaltenstherapie. Es wird empfohlen, gewichtsbezogen und in einem Rhythmus alle zwei bis zweieinhalb Stunden zu trinken. 75 Prozent vor 17 Uhr, 25 Prozent ab 17 Uhr.

Eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte nichts mehr getrunken werden. Am besten werden Toilettengang und Trinken zusammen erledigt. Auch der Darm sollte täglich morgens entleert werden.

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